...ich liebe jeden Stein des Elqui-Tales, jeden Granatapfel und jede Algarroba-Schote ...
Gabriela Mistral
Diese Worte, aufs Papier gebracht durch die magische Feder der Gabriela Mistral, Literatur-Nobelpreisträgerin, die jeden Platz, jede Ecke dieses Tales geliebt hat.
Gefangen vom Zauber des Tales
Dieses Tal ruft das in Menschen hervor. Im Lauf der Jahre gerieten Bevölkerung und Besucher in den Bann dieses besonderen Zaubers, der nur mit ein paar Worten nicht zu erklären ist.
Von der Eroberung
Das Elqui Tal wurde an Francisco de Aguirre, einem spanischen Eroberer übergeben, von seinem direkten Vorgesetzten, Pedro de Valdivia, im Zuge einer großen Land-Vergabe. Neben seiner landschaftlichen Schönheit zeigte dieses Tal auch ein großes ackerbauliches Nutzpotential.
Dieses Potential wurde nutzbar gemacht. Der spanische Eroberer pflanzte die ersten Weinstöcke, deren Ertrag für die Herstellung von Traubenschnaps verwendet wurde. Dieser Traubenschnaps wurde später "Pisco" genannt.
Das Tal wurde durch eine weitere Landzuteilung in kleinere Grundstücke aufgeteilt, die an die spanischen Offiziere vergeben wurden. Diese gründeten "Haciendas", von denen einige bis heute weiterexistieren.
Landwirtschaft und Tourismus
Der Weinanbau für den Traubenschnaps (Pisco) war immer die Stärke der Landwirtschaft. Daneben waren Viehzucht, Samen und getrocknete Früchte ebenfalls wichtig. Bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewann die Produktion von Tafeltrauben an Wichtigkeit. Heute sind die Tafeltrauben der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Tal.
Gleichzeitig hielt der Tourismus einen vorsichtigen Einzug ins Elqui-Tal. Mit den Jahren wurde der Tourismus immer wichtiger.
Von "La Greda" zu "Pisco Elqui"
Seit der Zeit der indigenen Bevölkerung war der Ort, damals "La Greda" (Ton), bekannt für seine landschaftliche Schönheit und Anziehungskraft. Wie der Name schon sagt, wurde hier Ton gewonnen. Mit dem Einzug der Spanier begann die Urbanisation, die langsam wuchs, bis schließlich am Ende des 19.Jahrhunderts der Ort in "La Unión" umbenannt wurde, ein Zeichen für die Solidarität der Dorfgemeinschaft in Zeiten einer verheerenden Grippe-Epidemie, die die Region heimgesucht hatte.
1936 stimmte das Parlament einem Vorschlag des Abgeordneten Gabriel Gonzalez Videla zu, den Namen des Dorfes in "Pisco Elqui" zu ändern. Damit wurde dem internationalen Recht Genüge getan, das als Ursprungsnachweis für den damals schon bekannten "Pisco" einen Ort oder Region des gleichen Namens verlangte.
Die Tradition lebt
Heute ist Pisco Elqui - neben seiner landschaftlichen Reize - eine gelungene Kombination aus Moderne und Tradition. Hier kann man die Jahrhunderte praktisch Tür an Tür erleben - hier mischen sich die Arbeit im Weinbau, Obstgärten, traditionelle Erntedank-Feste, Karnevals -und Folkloreveranstaltungen mit touristischen Attraktionen und Angeboten. All das zieht Besucher aus aller Welt an, die erstaunt sind über das kontrastreiche, bunte Bild, das Pisco Elqui bietet.
Zitat, Fotografien und Fototitel stammen aus dem wunderbaren Buch "Elqui, Imágenes del pasado" (Elqui, Bilder aus der Vergangenheit) von Don Galvarino Peralta Herrera (Fondart, con la colaboración del Centro Nacional del Patrimonio Fotográfico, ISBN: 956-291373-2). Herzlichen Dank an Don Galvarino (e-mail: galpehe@mixmail.com) für die Erlaubnis, sie hier abzubilden.